Wie bist du zu Activision Blizzard und der Overwatch League gekommen?

Ich bin über den traditionellen Sport zum Esports gekommen. Ich war Executive VP bei Digital von FOX Sports. Davor habe ich ein Sportmedien-Startup gegründet, das wir an FOX Sports verkauft haben – so bin ich dort gelandet. Teil meiner Arbeit bei FOX bestand darin, nach Konkurrenten und Gelegenheiten Ausschau zu halten, auf die sich das Unternehmen konzentrieren sollte. Und Esports war eines der Dinge, mit denen ich mich beschäftigt habe. Es hat mich direkt gepackt und als ich vor etwa drei Jahren von Activision Blizzard angeworben wurde, fiel mir die Entscheidung leicht, beim Aufbau dieses wirklich aufregenden neuen Unternehmens zu helfen.

Du bist President und CEO von Activision Blizzard Esports Leagues – warum hast du dich entschieden, auch die Rolle des Commissioners anzunehmen?

Ich bin seit der frühen Design-Phase 2016 stark in die Overwatch League involviert und kümmere mich seitdem um den Betrieb der Liga. Über die Jahre habe ich enge Beziehungen zu unseren Eigentümern aufgebaut und mich mit dem Produkt vertraut gemacht. Als dann die Stelle des Commissioners zu besetzen war, hielten wir es für wichtig, jemanden einzusetzen, der einen Überblick über die Herausforderungen und Möglichkeiten der Liga hat und mit den richtigen Beziehungen die Dinge schnell ins Rollen bringen kann. Und dieser jemand war wohl ich.

Was sind deine obersten Prioritäten als Commissioner?

Zufriedene Fans. Zufriedene Eigentümer. Zufriedene Partner. Zufriedene Mitarbeiter.

Wie kann die Overwatch League ihr Publikum weiter vergrößern, wo es doch so viele tolle Entertainment-Möglichkeiten für die Verbraucher gibt?

Indem wir so weitermachen, wie bisher. Die Leute, die unser Produkt lieben, erzählen ihren Freunden davon, und ich gehe davon aus, dass das auch weiterhin so sein wird. Auch die Erschließung der heimischen Märkte nächstes Jahr wird viele neue Fans aktivieren, die nicht nur ein Team anfeuern, sondern ihre Stadt. Ich kann es kaum erwarten, nächstes Jahr all diese Fans an Veranstaltungsorten auf der ganzen Welt zu sehen.

Was unterscheidet die Overwatch League von anderen Esports und von traditionellen Sportarten?

Wie viele andere Esports ist unsere Liga jung, global und im digitalen Zeitalter verwurzelt. Wie bei vielen traditionellen Sportarten sind unsere Struktur und unser Format einfach zu verstehen. Ich glaube, wir haben einfach das Beste beider Welten genommen und damit etwas ganz Neues geschaffen, was darauf ausgelegt ist, uns noch lange Zeit zu begleiten.

Auf was freust du dich in der restlichen Saison 2019 am meisten?

Auf das Finale natürlich! Das letztjährige Event im Barclays Center war eines der besten Liveevents, die ich je gesehen habe. Und das in allen Bereichen des Entertainments: Musik, Sport, Esports … Aber ich glaube, das werden wir dieses Jahr in Philadelphia noch übertreffen.

Wie wird sich die Liga besonders im Hinblick auf Heim- und Auswärtsspiele ab 2020 entwickeln?

Wie gesagt wird die Erschließung der heimischen Märkte sehr viele Fans aktivieren und für unsere Eigentümer von großem Wert sein. Ich bin besonders gespannt, wie die jeweiligen Eigentümer an das Erlebnis für die Fans in und um ihren Veranstaltungsort herangehen werden. Das hat bisher noch keiner wirklich gemacht, also weiß auch niemand, was die Fans am besten anheizt und sie dazu animiert, zu kommen und ihr Team zu unterstützen. Jedes Team wird dabei etwas anders verfahren und die Teams werden auch voneinander lernen. Diese Entwicklung wird ein paar Jahre brauchen, aber es wird Spaß machen, dabei zuzusehen und Teil davon zu sein.

Welche Vision hast du für die Wettkampfszene von Overwatch insgesamt, einschließlich der Contenders und des Overwatch World Cups?

Das „Weg zum Profi“-System ist sehr wichtig für den langfristigen Erfolg unserer Liga. Wir betreiben mehrere kompetitive Ebenen unterhalb der Overwatch League und das wird auch so bleiben. Die Contenders sind die Hauptquelle zukünftiger Generationen von Topspielern der Overwatch League. Und der World Cup ist eine Chance für unbekannte Spieler, sich einen Namen zu machen. Gleichzeitig gibt er den Fans in Ländern, die kein eigenes Team in der Overwatch League haben, die Möglichkeit, ein Heimteam anzufeuern. Ich bin sehr stolz auf die Arbeit, die wir geleistet haben, um den Overwatch-Wettbewerb für jedes Spielniveau zu etablieren.

Was gefällt dir am besten an Overwatch und was macht das Franchise in deinen Augen aus?

Ich liebe die bunte Mischung der Helden und die fröhliche, positive, integrative, optimistische Vision der Zukunft, die im Spiel dargestellt wird. Außerdem finde ich es toll, dass das Spiel auf jedem Fähigkeitslevel Spaß macht und trotzdem die Spieler belohnt, die die Zeit investieren, um richtig gut zu werden. Es ist ein wunderschönes Spiel und ich bin stolz darauf, mit dem Spiel – und den fantastischen Leuten, die es erschaffen haben – zu arbeiten. Es ist der Motor, um den wir die Overwatch League gebaut haben.