Was für eine lange, merkwürdige Saison hinter uns liegt. In zwei Wochen beginnen die Playoffs, und die Begeisterung steigt von Tag zu Tag. Bevor wir uns mit Anlauf in die Nachsaison stürzen, möchte ich im Artikel dieser Woche darauf eingehen, wie stark sich die Overwatch League seit ihrem Beginn entwickelt und verändert hat. In den letzten beiden Jahren wurden Rekorde aufgestellt und wieder gebrochen, neue Statistiken entwickelt, um Spieler zu messen, und wir haben Teams in den verschiedenen Metas auf- und absteigen sehen. Und weil sich in meinem Job alles um Zahlen dreht, sind hier einige meiner liebsten:

2,82

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Jeong-Woo „Sayaplayer“ Has Verhältnis von Todesstößen zu eigenen Toden im Duell Widowmaker vs. Widowmaker über seine gesamte Laufbahn. Die Verhältnisse aller anderen Widowmaker-Spieler, die nicht gerade Corey „Corey“ Nigra, Byung-Sun „Fleta“ Kim oder Min-Sung „Diem“ Bae heißen, sind weniger als halb so gut wie jenes von Sayaplayer. Es ist unglaublich, wie er immer wieder Widowmaker-Duelle für sich entscheiden kann, aber ich bin mir weiterhin unsicher, ob sein Team wirklich davon profitiert. Immer wieder dreht er mit seiner Lieblingsheldin so richtig auf, aber das Team von Florida Mayhem kollabiert. Jedenfalls hat Sayaplayer sein Tempo auch 2019 alles andere als verlangsamt. Wenn überhaupt, hat er so richtig Gas gegeben – aktuell kann er 24 Todesstöße bei nur 4 Toden vorweisen, was ein Verhältnis von 6,0 ergibt. Corey, der nächstbeste Spieler, hat ein Verhältnis von 1,95.

3

Sooft wurde in Phase 4 auf einer einzigen Karte eine Anzahl an Todesstößen erreicht, die es unter die Top 4 in der Geschichte der OWL geschafft hat. Jede Meta bringt ihren eigenen Kniff mit sich, und dank Mei schießen gerade die Todesstöße in den Himmel. Warum? Weil Mei zwar weniger tödlich als andere Helden ist, dafür aber Kontrollfähigkeiten wie Verlangsamungseffekte und ihren Eiswall mit sich bringt. Orisa, Ana, Lúcio und der Rest der Helden, die die Meta von Phase 4 definieren, sind nicht besonders tödlich, also muss sich hauptsächlich derjenige Schadensspieler um Eliminierungen kümmern, der gerade nicht Mei spielt – meistens Hanzo oder Reaper. Sayaplayer (42), Ji-Hyeok „Birdring“ Kim (37) und Corey (34) haben es in dieser Phase jeweils in die Top 4 der meisten Todesstöße auf einer einzelnen Karte geschafft. Ich wäre nicht überrascht, wenn bis zum Ende der Saison auch der Rekord für Todesstöße in einem gesamten Match fallen würde. (Dieser Rekord wird immer noch von Brandon „Seagull“ Larned, dem ehemaligen Starspieler von Dallas Fuel, gehalten: Er erzielte 87 Todesstöße gegen Boston Uprising in Phase 1 der vergangenen Saison.)

3,65

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Die Todesstößen pro 10 Minuten von Min-Ho „Architect“ Park in Teamkämpfen, die San Francisco Shock in der Verlängerung gewinnen konnte. Von allen Spielern mit mindestens 50 Teamkämpfen dieser Art kommt keiner auch nur ansatzweise an Architects Fähigkeit heran, mit wichtigen Todesstößen das Blatt zu wenden. Der Ligadurchschnitt für Schadensspieler liegt bei knapp über 2,0 pro 10 Minuten, und der zweitbeste Spieler liegt mehr als 20 % hinter Architect. Wie Sayaplayer konnte auch Architect sein Verhältnis von wichtigen Todesstößen in Phase 4 noch erhöhen. Das liegt daran, dass er in der 2-2-2-Meta richtig aufblüht – in Phase 4 liegt sein Verhältnis bei 5,88 pro 10 Minuten. Der Nächstbeste? Dong-Eon „Fits“ Kim von Seoul mit 4,2.

163 und 213

Die Anzahl an Sekunden, in denen die Vancouver Titans die Angriffsrekorde auf King's Row bzw. Rialto gebrochen haben – Rekorde, die möglicherweise ewig halten werden. Die meisten Bestzeiten für Karten werden allmählich unterboten, aber in der Regel liegt ein neuer Rekord nicht mehr als 5 bis 10 Sekunden unter dem alten. Vancouvers Bestzeit auf King's Row liegt ganze 43 Sekunden unter der zweitbesten, und ihre Bestzeit auf Rialto ist 37 Sekunden schneller. Am beeindruckendsten ist allerdings, dass der Rekord auf Rialto auf unglaubliche Weise gegen das Team von Shock aufgestellt wurde, das bis dahin im Finale von Phase 1 durchaus mithalten konnte. Dieser Rekord, der zu einem dominanten Sieg führte, setzt der Leistung des besten Erweiterungsteams der Liga die Krone auf.

64,3

Der Prozentsatz der Teamkämpfe, die von der erfolgreichsten Teamzusammenstellung aller Zeiten gewonnen wurden: D.Va, Orisa, Junkrat, Widowmaker, Mercy und Zenyatta. Genauer gesagt haben die drei besten Teamzusammenstellungen in der Geschichte der Overwatch League (bei mehr als 500 Teamkämpfen) alle eine Teamkampf-Siegesrate von mehr als 60 % – und Junkrat befindet sich in jeder davon. Wenn in Overwatch eine Teamzusammenstellung besonders mächtig ist, versuchen Teams meistens, sie zu „kopieren“, sodass sich ihre Siegesrate in Teamkämpfen bei ca. 50 % einpendelt. Das ist bei so gut wie jeder Version der Doppel-Dreieraufstellung passiert, aber nicht bei dieser Bunkeraufstellung – warum nicht?

Diese Aufstellungen mit Junkrat haben eines gemeinsam: Sie werden hauptsächlich auf Hybrid- und Angriffskarten gespielt – und eingesetzt, um von Anhöhen aus Punkte zu verteidigen. Aufgrund der Natur dieser Karten können Bunkerzusammenstellungen über mehrere Teamkämpfe hinweg erfolgreich verteidigen, bis das Angreiferteam seine ultimativen Fähigkeiten aufgeladen hat, einen letzten Teamkampf gewinnt und so den Zielpunkt einnimmt. Dadurch entsteht eine positive Siegesrate für die Zusammenstellung, obwohl die Siegesraten der Teams an diesem bestimmten Zielpunkt (sobald das verteidigende Team selbst angreifen kann) ausgeglichen sein können.

1, 2 und 4

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2019 liegen Ju-Seok „Twilight“ Lee und Jin-Seo „Shu“ Kim in einer Statistik mit zwei unterschiedlichen Helden unter den besten vier Spielern: dem durchschnittlichen Beitrag zu Eliminierungen, womit wir messen, wie viel Anteil ein Spieler an einer Eliminierung hatte. Twilight und Shu kamen als einzige Spieler sowohl mit Ana als auch mit Zenyatta, den beliebtesten Flex-Unterstützern dieser Saison, unter die Top 4. Mit Ana liegt Shus durchschnittlicher Beitrag zu Eliminierungen von Charge bei 17,3 %, und der von Twilight zu Eliminierungen der Titans bei 17,2 % – was sie auf den zweiten bzw. dritten Platz bringt (Seong-Hyun „Jjonak“ Bang von NYXL liegt mit 17,8 % auf dem ersten Platz). Mit Zenyatta führt Shu mit 23,9 % die Liga an, während Twilight mit 22,5 % den vierten Platz erreicht. 2019 ging es inoffiziell darum, Jjonak von seinem Thron zu stoßen, und in der Offensive sind Shu und Twilight starke Anwärter.

1017

Die Anzahl an Wörtern in diesem Artikel. Meine Lektoren sind froh, wenn ich mich kurz halte, also höre ich lieber auf. Das Kit Kat® Rivalry Weekend und die Playoffs sollten mich mit vielen weiteren Zahlen versorgen, und ich freue mich schon darauf, sie mit euch auszuwerten.